History 


1989-1990

Nach ihren ziemlich erfolgreichen Game&Watch-Spielen und dem Megaseller NES war es an Nintendo auch noch den Handheld-Markt von hinten aufzurollen.
Denn obwohl Atari mit ihrem von Epyx eingekauften Lynx schon seit 1989 die portable Welt der Videospiele als Erster in Farbe aufwühlte, entschied sich Nintendo ihren Game Boy weiterhin mit einem schwarz-weißen LC-Display auszustatten - denn sie wussten daß die Software der entscheidende Moment ist.
SEGA, mit MegaDrive/MegaCD/Saturn/Dreamcast den Konkurrenten immer einen Schritt voraus kam im Handheld-Sektor als einer der letzten ins Spiel.

1991

Erst im Juni 1991 konnten deutsche Spieler den farbigen, hintergrundbeleuchteten Handheld zum Preis von 300.-DM (GB: 170.-DM, Lynx: 200.-DM, PC Engine GT/Turbo Express: 800.-DM) mit auf Tour nehmen.
Kurze Zeit später erschien auch noch der TV-Tuner (200.-DM) mit dem sich der GameGear in einen portablen Fernseher verwandeln ließ. Ein Pluspunkt den kein anderer Hersteller bieten konnte. (Bei TV-Betrieb alle 4.096 Farben gleichzeitig)
Technisch präsentierte sich der GameGear mit Licht- und Schattenseiten - so war zwar das Display von der Auflösung und dem Kontrast das beste am Markt (mal abgesehen vom High-Tech-Spielzeug PCE GT/Turbo Express), allerdings hatte man im Gegensatz zum Lynx (16-Bit, 3D-Chip) und GameBoy (schneller, kompakter) nur die Innereien des veralteten MasterSystems mit erhöhter Farbpalette (32 aus 4.096Farben) zu bieten.
Softwaremäßig präsentierte sich der Lynx am Anfang erstaunlich stark (vor allem aus dem eigenen Hause). Gegen Nintendo´s Spielepalette hatten allerdings beide Konkurrenten nichts entgegenzusetzen - SEGA-Spieler konnten allerdings mit dem MasterSytem-Adapter auf eine umfangreiche Softwarebibliothek zurückgreifen.
In den ersten Monaten erschienen nur sehr wenige Spiele für SEGA´s Handheld.

1992

Anfang des Jahres kursierten schon erste Gerüchte über einen farbigen GameBoy, dessen Planung Nintendo aber beharrlich verneinte.
SEGA bemühte sich alle MasterSystem-Spiele auch auf den GameGear umzusetzen, jedoch fanden ansonsten nicht besonders viele Spiele ihren Weg in die Kaufhäuser.
Im Nintendo-beherrschten Japan hatte der GameGear, wie auch alle anderen Gegenspieler, keine Chance Fuß zu fassen. In Europa hingegen programmierten auch allmählich mehr und mehr 3rd-Party Entwickler für SEGA´s Kleinen - Atari indes hatte unglaubliche Schwierigkeiten Drittherstellern ihren Lynx schmackhaft zu machen.
Pünktlich zur Weihnachtszeit senkte SEGA den Preis auf nur noch 270.-DM inkl. 1 Spiel und bot den Pocketspielern ein umfangreiches Lineup an neuen Titeln.
Atari kapitulierte zu dieser Zeit leider vor der Übermacht Nintendo´s und beendete die Zeit des wahrlich guten Produktes Lynx.

1993-1995

Im neuen Jahr beglückte SEGA die GameGear-Fans mit Spieleperlen wie Shinobi 2, Sonic 2, Klax oder Mickey Mouse: Land of Illusion.
In Europa und den USA bekamen GameGear-Spieler noch regelmäßigen Modul-Nachschub, während es in Japan schon merklich nachließ.
In Deutschland bot man derweil den GameGear als Touring-Set an (inkl. Car-Adapter und 2 Spielen für 260.-DM).
Atari versuchte vergeblich mit einem Re-Release, dem Lynx II, wieder Anschluß an die Videospielewelt zu schaffen.
In Amerika ging SEGA mit aggressiven Werbestrategien gegen Nintendo vor (z.B. "Wenn Du immer noch mit GameBoy spielst wird es Zeit erwachsen zu werden!" oder "Seperate the Men from the Boys!").
Ende 1995 versiegte auch die Software-Unterstützung für den GameGear, da man der Verbreitung des GameBoy machtlos gegenüberstand.

1996-1997

Als kleinen Bonus erhielten GameGear-Fans noch Umsetzungen der Saturn-Spielehits Virtua Fighter und Panzer Dragoon.
In Brasilien bringt der Hersteller TecToy noch einige GameGear-Spiele auf den Markt.
Im Jahre 2000 sicherte sich die Firma Majesco die Rechte am GameGear und verkauft ihn seitdem in den USA.
Abschließend gesehen ist es schon erstaunlich wie Nintendo mit einem schwarz-weißen (Billig)Handheld als klarer Sieger gegen die technisch überlegenen Konkurrenten hervorstach.

Verkaufszahlen

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